Sachsen

Sachsens keramische Geschichte geht – wie in vielen Gegenden Deutschlands – ins frühe Mittelalter zurück. Töpfereien siedelten sich an, es wurden Innungen gegründet und der Handel florierte.

Die Töpferstadt Waldenburg, im Erzgebirgsvorland gelegen, knüpft bis heute an diese Tradition an. Ab dem 14. Jahrhundert wurde das „Waldenburger Steinzeug“ berühmt. Aufgrund der hohen Brenntemperaturen im Holzbrand, konnte säurefestes, wasserdichtes Gebrauchsgeschirr hergestellt werden. Der Alchemist und Chemiker Böttger (1682-1719) wurde von August dem Starken beauftragt, mit lokalen Tonerden zu experimentieren. Tone, gemischt mit Quarzen und einem Flussmittel wurden bei sehr hohen Temperaturen gebrannt. Es entstand das rote Böttgersteinzeug, auch Jaspisporzellan genannt. Bald darauf gelang es Böttcher, weißes Porzellan herzustellen. Das dafür notwendige Kaolin konnte in Sachsen abgebaut werden. Die Kaolingrube Seilitz wird bis heute zum Rohstoffabbau genutzt.
Damit war der Weg geebnet für die erste Porzellanmanufaktur Deutschlands in Meissen. Anfangs auf Geschirrproduktion begrenzt, wurden bald auch Figurinen hergestellt und aufwendig bemalt.

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die so genannten „Akademieporzellane“ – von berühmten Künstlern entworfen. Meissner Porzellan wurde weit über die Grenzen bekannt und ist bis heute ein erfolgreiches Unternehmen. Reichtum und Vielfalt der großen Leipziger Bürgersammlung von kunsthandwerklichen Objekten findet man im GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig. Neben anderen Materialien wird Keramik von der Antike bis zur Gegenwart präsentiert. Ebenfalls in Leipzig befindet sich die Keramikgalerie TERRA ROSSA, organisiert von einem Kunstverein. Hier wird zeitgenössische Keramik in einem ansprechenden Rahmen präsentiert.