Der Perron-Kunstpreis der Stadt Frankenthal (Pfalz) wird seit 1981 in Abständen von zwei bzw. drei Jahren vergeben. Er ist nach der Frankenthaler Künstlerfamilie Perron benannt. Der Kunstpreis wird abwechselnd in den Sparten Grafik, Malerei, Plastik und Porzellan verliehen.
Zum neunten Mal wird der Frankenthaler Perron-Kunstpreis in der Sparte Porzellan verliehen.
Das Thema zum diesjährigen Perron-Kunstpreis lautete „Flowerpower“. Die eingereichten Werke sollten das Konzept von Flowerpower auf innovative Weise mit dem Material Porzellan verbinden. Dies konnte u.a. durch die Gestaltung von Form, Farbe oder Mustern geschehen. Die Arbeiten sollten sowohl ästhetisch ansprechend als auch funktional gestaltet sein. Ziel war es, die Lebendigkeit und den Ausdruck von Flowerpower in der Porzellan-Kunst zu erfassen und die Verbindung zwischen Tradition und zeitgenössischem Design aufzeigen.
Den mit 4.500 Euro dotierte Kunstpreis erhielt Petra Benndorf aus Fresendorf. Sie überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit „Lichthauch“.
„Im Bereich der Keramik gilt mein besonderes Interesse dem Porzellan. Mit diesem Material arbeite ich seit ca. 18 Jahren. Ich verwende es teilweise oder ganz unglasiert, um auch die haptische Schönheit des Bisquitporzellans zur Geltung zu bringen.
Eine Eigenschaft des Porzellans die mich besonders fasziniert ist seine Lichtdurchlässigkeit. Um diese hervorzuheben habe ich mich auf das Drehen hauchdünner Wandungen spezialisiert. Ich strebe bei meiner Arbeit eine naturbezogene Ästhetik an – bezogen auf Haptik, Form und Oberfläche. Teilweise verarbeite ich natürliche Materialien und es entsteht ein Objekt, das ein natürliches Lebewesen sein könnte – nicht hergestellt sondern gewachsen.“ (Petra Benndorf)
Die drei mit jeweils 1.000 Euro dotierten Förderpreise für Künstler, die bei Einreichung der Werke nicht älter als 30 Jahre sind, gehen an Paulin Fritsch, Anna-Lena Juner und Katharina Wilhelm.
Paulin Fritsch, Studentin der Studienrichtung Keramik an der BURG, beschäftigt sich in ihrer Arbeit „Death with flower“ mit innerem und äußerem Kitsch und dem Spannungsfeld zwischen aufrichtiger Emotionalität und bewusster Inszenierung. Dabei entstehen fragile Szenen zwischen Leben und Tod, die Raum für eigene Erzählungen öffnen.
Anna-Lena Juners Werkgruppe „Papierlilien“ entstand aus gefalteten Papiermodellen, deren Form dem Kinderspiel Himmel und Hölle“ entnommen wurde. Diese ursprünglich spielerische und vergängliche Papierform wurde dünn mit Papier-Porzellan überzogen und dadurch in ein dauerhaftes keramisches Objekt überführt.
Sie studiert Kunst und Philosophie auf Lehramt an der RPTU Kaiserslautern-Landau.
Katharina Wilhelm überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit „Schichtung 7:35 pm“. Die Arbeit übersetzt eine flüchtige Tagesstimmung in die Materialität des Porzellans. Die gelb-grün-blaue Glasur – eine Schichtung aus Kupfercarbonat und der Grundglasur „grün glänzend“ – evoziert die lebendige Farbpalette einer Landschaft, in der Licht und Schatten, Natur und Atmosphäre ineinander übergehen. Wie Blumen, die sich im Laufe des Tages dem Licht zuwenden, entfaltet sich hier die Farbe als organischer Prozess: Jede Schicht reagiert auf die andere, schafft Tiefe und Raum, lässt den Bildraum entstehen.
(Text: Kunsthaus Frankenthal)
Hier finden Sie mehr Informationen zu den Preisträgerinnen:
Perron-Kunstpreis „Flowerpower“
Ausstellungsdauer:
12. September bis 11. Oktober 2026
Öffnungszeiten:
Mi bis Sa 14.00 – 18.00 Uhr
So 12.20 – 16.30 Uhr
Ausstellungsort:
Kunsthaus Frankenthal
Mina-Karcher-Platz 42a
67227Frankenthal (Pfalz)
Tel 06233 89-456
kunsthaus@frankenthal.de
www.frankenthal.de/kunsthaus
