Am zweiten Septemberwochenende fand der 34. Internationale Töpfermarkt in Hüfingen statt.
Im Rahmen der Internationalen Keramikwochen wurde in der Rathausgalerie am Töpfermarktwochenende, 12. und 13. September 2026, die Wettbewerbsausstellung „GratWanderungen“ gezeigt. Es wurde ein Publikumspreis sowie ein Jurypreis ausgelobt.
Auch 2026 wurde der Hüfinger Keramikpreis an zwei Künstlerinnen verliehen, da die Jury, bestehend aus Elmar Bernauer, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Keramikmuseum Staufen als externem Kunstexperten, Bürgermeister Patrick Haas und Kuratorin Ariane Faller, beiden Werken gleichwertige Qualität in Idee und Umsetzung bei äußerst unterschiedlichen Grundkonzepten zuerkannte. Vorrangige Entscheidungskriterien waren für die Jury die künstlerische Gestaltung, die handwerkliche Fertigkeit sowie die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem ausgeschriebenen Thema „GratWanderungen“.

Jurypreisträgerin Akitsu Orii aus Marseille/ Frankreich
„Our Roads“
Die Jury war beeindruckt von Akitsu Oriis Arbeit aus Steinzeug, deren auf der Drehscheibe geformte Basis von der Künstlerin zum oberen Bereich hin aus geschichteten Tonbändern mit vier übereinander liegenden Glasuren frei aufgebaut wurde.
Akitsu Orii visualisiert das Thema „GratWanderungen“ durch gezielt gesetzte Kontraste, vermeintliche Widersprüche und ausgeklügelte Balancen von Stabilität und Instabilität. Die sich kreuzenden Tonbänder, stehen für die individuellen Lebenswege, die sich zu einer gemeinsamen Form – unserer Gesellschaft – verflechten. Kratzmuster symbolisieren Zerbrechlichkeit und Unwägbarkeit, während unterschiedliche Ascheglasuren und Ferrari-Rot-Oxid die Plastizität und Tiefe unterstreichen, mit der das Werk formal und inhaltlich imponiert.

Jurypreisträgerin Angela Munz aus Welzheim
„4 Teekannen tanzen auf einer Krone“
„Wer setzt sich schon eine Krone aus Porzellan auf?“ Diese Frage, und mit ihr viel tiefsinniger Witz, leises Hinterfragen und pointierte Ironie wirft die Arbeit von Angela Munz aus gedrehtem, geschnittenem und modelliertem Porzellan auf. Ein Werk, das in all seinen Einzelheiten immense Konzentration und technische Perfektion erfordert: jedes Detail wurde meisterlich platziert und ausgearbeitet, selbst die winzigen, auf der Krone frei aufliegenden – tanzenden – Teekannen wurden von Angela Munz auf der Drehscheibe gedreht. Augenzwinkernd beleuchtet die Künstlerin dadurch sowohl ihren Weg, den sie als „klassische Scheibentöpferin“ begonnen hat und ehrt zugleich das faszinierende Handwerk, das sie exzellent mit künstlerischem Eigensinn konfrontiert.
„Wie bei Kronen üblich, wird die Arbeit auf einem blauen Samtkissen mit goldenen Quasten präsentiert.“

Den Publikumspreis erhielt Nathalie Jadin aus Dudelange/ Luxemburg für ihr Werk
„Poised Between“
„Die Skulptur zeigt sechs Figuren, die sich zu einer Macht vereinen, um eine schwere Last zu tragen“, erläutert Nathalie Jadin ihr aus grob schamottiertem Ton in Aufbautechnik geschaffenes Werk. „Die Sphäre symbolisiert unsere Welt und die Verantwortung, die wir alle teilen. Zwischen dem Festhalten und dem Fallen, zwischen Hoffnung und Überwältigung bewegen sich die Figuren entlang einer zerbrechlichen Hängeleiter. Gleichgewicht kann nicht alleine erreicht erreicht werden – wir halten es gemeinsam aufrecht.“
Mit großem Abstand setzte sich Jadin gegen ihre MitbewerberInnen durch und eroberte mit ihrer Arbeit bereits zum zweiten Mal die Herzen des Publikums.
Stadtmuseum für Kunst und Geschichte Hüfingen
Nikolausgässle 1
78183 Hüfingen
Tel 0172 7210 778
www.stadtmuseumhuefingen.de
