Ausstellung „Natur. Wissenschaft. Keramik.“ im Keramikmuseum Bürgel

Ab dem 28. März 2026 zeigt das Keramikmuseum Bürgel die Ausstellung „Natur. Wissenschaft. Keramik.“.

Hier verbindet Naturbeobachtung, naturwissenschaftliche Forschung und keramisches Handwerk eine gemeinsame Frage: Wie entsteht Form? In der Natur beginnt alles mit kleinen Bausteinen: Aus Zellen entstehen Schritt für Schritt Gewebe, Organe und schließlich ganze Lebewesen. Auch Ton besteht aus winzig kleinen Teilchen, die sich beim Gestalten neu ordnen und beim Brennen im Ofen dauerhaft zu einem festen Gefüge verbinden.

Um Formbildung zu verstehen, geht die Ausstellung folgenden Fragen nach: Woraus besteht etwas – und wie ist es zusammengesetzt? (STRUKTUR) Wie entsteht es Schritt für Schritt? (ENTWICKLUNG) Wie verändern sich Formen über längere Zeit, wenn sie immer wieder neu gemacht oder weitergegeben werden? (EVOLUTION) Wie machen Menschen aus Wissen und Beobachtung bewusst Formen? (GESTALTUNG)

Dass diese Fragen gestellt werden, ist kein Zufall. Die Universität Jena, nur wenige Kilometer von Bürgel entfernt, ist seit dem 19. Jahrhundert ein wichtiger Ort der Naturforschung. Dort arbeiteten Pioniere, die sich genau mit diesen Themen beschäftigten: Matthias Jacob Schleiden (1804–1881) steht für STRUKTUR, Nathanael Pringsheim (1823–1894) für ENTWICKLUNG und Ernst Haeckel (1834–1919) für EVOLUTION.

Naturwissenschaftlicher Blick und keramische Praxis werden in der Ausstellung bewusst zusammengebracht. Zu sehen sind historische Keramiken der Bürgeler Tonwarenmanufaktur C. A. Schack, die für ihre große Formenvielfalt bekannt ist. Dazu kommen historische und neue Pflanzenmodelle. Sie zeigen, wie aus wissenschaftlicher Beobachtung Form wird. Die filigranen Arbeiten des Keramikers Dr. Alexandre Micoulet schlagen den Bogen in die Gegenwart. Er untersucht botanische Muster und Strukturen und übersetzt diese Erkenntnisse in eine heutige keramische Formensprache. So wird sichtbar, wie Wissen in Material und Gestaltung zurückwirkt.
Die Ausstellung lädt dazu ein, beides zugleich zu tun: genau hinzusehen und Zusammenhänge zu er kennen. Wer Keramik mag, entdeckt im Material die Spuren von Arbeit und Erfahrung – vom Aufbereiten des Tons über das Gestalten bis zum Brand. Wer naturwissenschaftlich denkt, erkennt in denselben Spuren Prinzipien der Selbstorganisation: Ordnung entsteht nicht nur durch Planung, sondern auch durch Wiederholung, kleine Veränderungen und Rückkopplung.

Kurator: Prof. Dr. Andreas Deutsch, Mathematischer Biologe an der TU Dresden und Nachkomme der Bürgeler Familie Schack

Die Ausstellung wird eröffnet am Samstag, 28. März 2026 um 15.00 Uhr.

Ausstellungsdauer:
28. März – 30. August 2026

Öffnungszeiten:
Di bis So von 11.00–17.00 Uhr

Keramik-Museum Bürgel
Am Kirchplatz 2
07616 Bürgel
Tel 0366 9237 333
post@keramik-museum-buergel.de
www.keramik-museum-buergel.de

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