Ausstellung „Der edle Akt. Porzellan und Erotik“

Das Museum Schloss Fürstenberg präsentiert ab dem 23. Mai 2026 in einer Sonderausstellung „Der edle Akt. Porzellan und Erotik“. Die Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzuschauen: Seit dem 18. Jahrhundert spielen Erotik, Sexualität und Geschlecht eine überraschend deutliche Rolle in den zarten, glänzenden Figuren und Gefäßen aus Porzellan.
Erleben Sie die sinnliche Verschmelzung von handwerklicher Meisterschaft und künstlerischer Leidenschaft.

©Foto: Maria Athens

Seit dem Rokoko sind Erotik, Sexualität und Geschlechterbilder feste Bestandteile der europäischen Porzellankunst. Mal zart angedeutet, mal überraschend deutlich zeigen Figuren und Dekore, wie sehr Lust, Begehren und gesellschaftliche Normen miteinander verwoben waren. Häufig versteckten sich erotische Motive hinter mythologischen Szenen, allegorischen Figuren oder höfischen Liebespaaren – und waren dennoch klar lesbar für ein eingeweihtes Publikum.

©Foto: C. Warneke

Die Ausstellung „Der edle Akt. Porzellan und Erotik“ zeigt in vier Ausstellungsbereichen diese Entwicklung ebenso wie die überraschende Vielfalt erotischer Ausdrucksformen im Porzellan: zwischen Andeutung und Provokation, Sinnlichkeit und gesellschaftlicher Konvention.

©Foto: C. Warneke

Körperbilder in der Alten Kapelle
Hier lässt sich verfolgen, wie vom 18. Jahrhundert bis heute der menschliche Körper dargestellt wurde und wird. Die Schönheitsideale jeder Epoche lassen sich dabei ebenso ablesen wie die Vorstellungen von geschlechtlichen Identitäten und damit verbundenen Rollenerwartungen. Bis zum späten 20. Jahrhundert hinaus dominieren dabei die Darstellungen von idealisierten Körpern weißer Menschen aus einer binären, heteronormativen Perspektive. Dieser Ausstellungsteil lädt dazu ein, heutige und auch eigene Körperbilder zu hinterfragen.

©Foto: C. Warneke

Facetten von Lust und Liebe im Gerverot-Saal
Zarte Verliebtheit, inbrünstige Liebe, wilde Ekstase, rasende Lust, todtraurige Sehnsucht – das Begehren kennt eine Vielzahl von Gefühlsregungen. Zwischen Liebesglück und Liebesleid schwankt das Pendel der Lust als zutiefst menschlicher Eigenschaft. In der Vergangenheit bestimmte wiederum der heteronormative und vorrangig männliche Blick die Kunstproduktion. Mit Werken der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit wird die Vielfalt der Lust gefeiert.

Materialerotik im Foyer vor der Besucherwerkstatt
Das Wort „Porzellan“ weckt viele Assoziationen – auch mit erotischem Bezug: die „Porzellanhaut“ beschreibt ein Schönheitsideal, als „Porzellanpuppe“ wird ein bestimmter Frauentyp analogisiert. Und warum gilt Porzellan oft sogar als „weibliches“ Material? Doch es geht auch um den praktischen erotischen Gebrauch, wenn daraus Sextoys gefertigt werden.

©Foto: Maria Athens

Sammellust in der Besucherwerkstatt
Das Sammeln lässt sich hocherotisch deuten: die lustvolle Jagd nach einem Objekt der Begierde, die Glücksgefühle beim erfolgreichen Erwerb. Für Siegmund Freud war das Sammeln ohnehin nur eine Kompensation unerfüllter sexueller Wünsche. In diesem Ausstellungsbereich werden drei historische Sammlerpersönlichkeiten vorgestellt: August der Starke, Madame de Pompadour und Rudolf Just, für die der Besitz von Porzellan ganz unterschiedliche, aber immer auch eine lustvolle Bedeutung hatte. Außerdem gibt es mit der Inszenierung einer kompletten Privatsammlung einen Blick „inside the head of a collector“ auf der Grundlage neuer US-amerikanischer Forschung in der Neuropsychologie.

(Text: Museum Schloss Fürstenberg)

Hier finden Sie mehr Informationen:
https://www.fuerstenberg-schloss.com/events/der-edle-akt-porzellan-und-erotik/

Mit dabei: Studio Zschocke Böer aus Dresden – das renommierte Künstlerduo Sören Zschocke und Andreas Böer, Jury- Preisträger vom Porzellanmarkt im Porzellanikon Hohenberg 2025. Sie präsentieren exklusiv in ihrem Studio geschaffene, erlesene Porzellanarbeiten, die Grenzen zwischen Anmut und Verführung auf elegante Weise neu definieren.

©Foto: Studio Zschocke Böer

Zur Ausstellung gibt es einen Flyer mit Rahmenprogramm:
„Der edle Akt. Porzellan und Erotik“ (PDF)

Eröffnung: Freitag, 22. Mai 2026, 18 Uhr (Eintritt frei)

Ausstellungsdauer:
23. Mai – 20. Dezember 2026

Veranstaltungsort:
MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG
Meinbrexener Straße 2
37699 Fürstenberg/Weser
Tel 05271 966778-10
museum@fuerstenberg-schloss.com
www.fuerstenberg-schloss.com

STUDIO ZSCHOCKE BÖER UG
Friedensstraße 11
01097 Dresden
Tel 0179 7679655
zschocke.dd@gmx.de
https://studio-zschocke-boeer.jimdosite.com

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