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Erkenbert-Museum
Rathausplatz 2-7 | 67227 Frankenthal (Pfalz)
Telefon: (0049) 06233 89495
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Öffnungszeiten
Das Museum ist derzeit in Vorbereitung der Sanierungsphase geschlossen und wird nur zeitweise für Veranstaltungen geöffnet.
Das Erkenbert-Museum Frankenthal (Pfalz) beherbergt bedeutende Zeugnisse der ereignisreichen Geschichte der Stadt Frankenthal (Pfalz). Die Sammlungen des Museums umfassen ca. 10.000-15.000 Objekte, darunter Glanzstücke von herausragender überregionaler kunst- und kulturhistorischer Bedeutung.
Niederländische Glaubensflüchtlinge brachten im 16. Jahrhundert Malerei und Kunsthandwerk in die Stadt und bedienten von hier aus ihre europäischen Netzwerke. Im 18. Jahrhundert errichtete Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz (1724/42-1799) hier seine „Fabriquenstadt“ und ließ neben anderen Luxusgütern Seide und Porzellan herstellen. Die zwischen 1755 und 1800 in einer Manufaktur hergestellten Frankenthaler Porzellane gelten noch heute als begehrte Sammlerstücke.
Kostbare Objekte aus diesen Zeiträumen bilden den Schwerpunkt der Museumssammlungen.
Besonders hervorzuheben ist die Sammlung an Frankenthaler Porzellan. Als Alleinstellungsmerkmal verfügt das Museum über Funde aus der Scherbengrube der Frankenthaler Porzellanfabrik des 18. Jahrhunderts, die Einblicke in den komplexen Herstellungsprozess der Porzellane bieten. Das Museum besitzt außerdem Stücke, die das „Nachleben“ der Frankenthaler Porzellanmanufaktur dokumentieren: Nymphenburger Ausformungen aus Frankenthaler Formen, Steingut aus Grünstadt auf Basis der Frankenthaler Formen und Stücke der von 1949 bis 1958 in Frankenthal ansässigen Porzellan-Manufaktur Friedrich Wilhelm Wessels, der mit zeitgenössischen Deko-Objekten für den kleinen Geldbeutel an den großen Namen der Frankenthaler Porzellanherstellung anknüpfen wollte. In der Sammlung befinden sich auch ausgewählte Objekte moderner Keramikkunst aus der Ausschreibung des Perron-Kunstpreises der Stadt Frankenthal, der im Wechsel für Graphik, Malerei, Plastik und Porzellan verliehen wird, sowie Medaillons, Orden und Apothekergefäße aus Keramik und Porzellan mit Bezug zur Geschichte der Stadt Frankenthal und ihren Persönlichkeiten.
Das Museum ist derzeit in Vorbereitung der Sanierungsphase geschlossen und wird nur zeitweise für Interimsausstellungen und Veranstaltungen geöffnet.
(Text: Erkenbert-Museum)
Abbildungen von links nach rechts:
InvNr 000.095
Teil eines Frühstücksservices, Style de Bois, 6-teilig: Zuckerdose mit Deckel, Porzellanmanufaktur Frankenthal, H: 13,7cm/ D: 10,7 cm, 1782
Die Zuckerdose ist in Trompe-l’oeil-Manier mit Holzmaserung bemalt. Ergänzt wird die Augentäuschung durch scheinbar an den Holzgrund angeheftete Kupferstiche.
InvNr 000.139
Saucière mit purpurnem und goldenem Rautengitter, Blumendekor, Vögel, (Wittelsbacher-Dekor mit Vögeln), Porzellanmanufaktur Frankenthal, 1776, H: 10,7cm/ B: 22,3cm/ T: 13cm
Vorbild für den rautenförmigen Dekor der Saucière sowie die Darstellung von Vögeln war das Sèvres-Service mit Vogeldekor, das Kurfürst Carl Theodor im Jahr 1760 als Staatsgeschenk des französischen Königs Ludwig XV. erhielt.
InvNr 002.308
Schokoladenkanne mit Deckel, Teil eines Services mit Purpurmosaik und Streublumen, Porzellanmanufaktur Frankenthal, 1756/57, H: 19cm/ D: 29cm
Exotische Getränke waren in Adelskreisen sehr beliebt. Heiße Schokolade wurde in einer mit nur einem Griff versehenen Kanne serviert und mit einem durch das Loch im Deckel geführten Quirl am Tisch noch einmal aufgeschäumt. Dieses Exemplar stellt die einzige bekannte Ausformung des Modells mit passendem Deckel dar.
InvNr 002.428
Zweifigurengruppe „Allegorie des Gefühls“ aus der Folge der „Fünf Sinne“, Modell: Johann Friedrich Lück, 1762-1770, H: 27cm/ B: 18cm
Höfisch gekleidete Paare stellen in einer Serie aus fünf Figurengruppen die fünf Sinne dar. Die Allegorien sind um Attribute ergänzt, die den dargestellten Sinn besonders augenfällig illustrieren. In diesem Fall verweisen die Nähutensilien auf dem Tisch auf den Tastsinn.
InvNr 002.423
Teil eines 6-teiligen Solitär-Service/ Déjeuner-Service mit Kauffahrteiszenen, Porzellanmanufaktur Frankenthal, 1780-1785: Tablett H: 3,3cm/ L: 44,5cm/ B: 32,5cm
Der kobaltblaue Fond ist mit einer großen Reserve versehen, die eine äußerst kunstfertig ausgeführte Kauffahrtei-Szene ziert.
InvNr 002.430
Tafelaufsatz, „Plat de ménage“, Modell: Johann Friedrich Lück, Maler: Georg Merk, 1762-1765
Der prachtvolle, mit seinen Personifikationen der vier Jahreszeiten auf Konsolen geschmückte mehrteilige Tafelaufsatz diente im 18. Jahrhundert als Mittepunkt einer Desserttafel. Es handelt sich um den einzigen bekannten vollständigen Aufsatz dieser Art aus Frankenthaler Porzellan.
alle: ©Erkenbert-Museum Frankenthal, Pfalz






