Priska Engelhardt und Daniel Sauter erhalten Nachhaltigkeitsstipendium der BURG

Im Rahmen des Reallabors ZEKIWA Zeitz erhalten Priska Engelhardt, Studentin der Keramik, mit ihrem Vorhaben OUT OF SPEC sowie Daniel Sauter, Student aus dem Industriedesign, mit seinem Projekt RE-GROWING ZEITZ – HANDWERK GESTALTEN das erste Nachhaltigkeitsstipendium der BURG. Damit fördert die Kunsthochschule in Halle/ Saale Projekte, die sich im Reallabor ZEKIWA Zeitz mit Ressourcen, Transformation und nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzen – dieses Jahr unter dem Thema „Materielle und immaterielle Reststoffe“.

Beide Stipendiaten erhalten die Möglichkeit, von Anfang August bis Ende Oktober 2026 in Zeitz zu leben und zu arbeiten und ihre Projektskizzen vor Ort umzusetzen.

Priska Engelhardt entwickelt mit ihrem Konzept OUT OF SPEC einen künstlerischen Ansatz für den Umgang mit industriell aussortierten keramischen Baustoffen. Ausgangspunkt ist die kritische Auseinandersetzung mit normierten Qualitätsvorstellungen und den damit verbundenen Ausschlussmechanismen industrieller Fertigung. In Zeitz wird sie Fliesen sammeln, die trotz funktionaler Unversehrtheit als Ausschuss gelten, und wird sie in ortsspezifische Mosaikarbeiten im Innen- und Außenraum überführen. Das Projekt ist prozess- und beteiligungsorientiert angelegt: In einer offenen Werkstatt werden BewohnerInnen in Entwicklung und Umsetzung eingebunden. So verbindet OUT OF SPEC materielle Transformation mit dem Austausch von Wissen, Erfahrungen und lokalen Erinnerungen und eröffnet neue Perspektiven auf Wert, Gebrauch und Ästhetik sogenannter Reststoffe.

Daniel Sauter verfolgt mit RE-GROWING ZEITZ – HANDWERK GESTALTEN einen gestalterisch-experimentellen Ansatz, der industrielle Nebenströme der Region als Ausgangspunkt für neue biobasierte Herstellungsverfahren nutzt. In Zeitz plant er die Entwicklung prototypischer Objekte, die auf gesteuerten Wachstums- und Quellprozessen basieren, und untersucht, wie biotechnologische Verfahren handwerkliche Produktionsweisen verändern können. Ein besonderer Fokus liegt auf Rückständen aus der Zuckerrübenverarbeitung, deren Potenzial für volumenbildende Prozesse er erforschen will. Ergänzend ist ein partizipativer Workshop geplant, in dem lokale HandwerkerInnen und Jugendliche zusammenkommen, um Perspektiven für das Handwerk und Materialien von morgen zu diskutieren.

Das Reallabor ZEKIWA Zeitz (RZZ) entsteht auf dem historischen Areal der ehemaligen Kinderwagenfabrik ZEKIWA. Es befasst sich mit einem Ort, der über mehr als hundert Jahre die Industriegeschichte der Stadt Zeitz geprägt hat und heute sinnbildlich für die Herausforderungen des Strukturwandels in der Region steht.
(Text: Kunsthochschule der Burg Giebichenstein)

Mehr Informationen finden Sie hier:
Nachhaltigkeitsstipendium der BURG

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
University of Art and Design
Neuwerk 7
06108 Halle (Saale), Germany
www.burg-halle.de

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