Ausstellung WILD COMPANY – keramische Figuren im Kunstforum in Oldenburg

Das Kunstforum der Werkschule Oldenburg präsentiert die Ausstellung WILD COMPANY mit außergewöhnlichen keramischen Figuren der süddeutschen Künstlerin Claudia Kraml.
Vom 18. April bis 29. Mai begegnen die Besucherinnen und Besucher einer berührenden Gesellschaft wilder, zarter und zugleich erstaunlich menschlicher Geschöpfe, die sich jeder klaren Zuordnung entziehen und dennoch unmittelbar berühren.

©Claudia Kraml, „Girlhood II“

Der Titel deutet bereits an, dass hier kein vertrautes Tierensemble zu erwarten ist. Vielmehr begegnet dem Publikum eine Gesellschaft aus eigenwilligen, liebevoll modellierten Wesen – eine „wilde Gesellschaft“, die sich aus Tierformen, menschlichen Anmutungen und den Zwischenräumen dazwischen zusammensetzt. 

Kramls Figuren sind  Sympathieträger,  obwohl – oder  gerade  weil – sie nicht dem Gewohnten entsprechen. Manche wirken scheu, andere trotzig oder selbstbewusst, doch alle scheinen mit einer inneren Stimme ausgestattet, die in stiller Präsenz in den Raum hineinwirkt. Ihre Blicke sind aufmerksam, suchend, manchmal herausfordernd, oft von einer melancholischen Tiefe geprägt, die berührt und irritiert.  

©Claudia Kraml, „Armadillo“

Viele dieser Wesen erinnern an Tierarten, entziehen sich jedoch jeder eindeutigen Zuordnung. Die Künstlerin spielt bewusst mit Identität und Erwartung: Ist ein vermeintlicher Fuchs vielleicht doch ein Wolf im Schafspelz? Oder bestimmt am Ende nicht die Hülle das Wesen, sondern umgekehrt? Durch diese Verschiebungen entstehen Figuren, die vertraut und fremd zugleich erscheinen – Geschöpfe einer Zwischenwelt, die die komplette Bandbreite menschlicher Empfindungen spiegeln. 

©Claudia Kraml, „Down the rabbit hole“

Auch formal bricht Claudia Kraml konsequent mit Konventionen. Ihre Oberflächen zeigen das Raue, Schrundige und Verletzliche. Drahthaare an ungewöhnlichen Stellen und sorgfältig lackierte Finger- und Fußnägel setzen irritierende Akzente und verstärken die Spannung zwischen Ungeschöntem und Zartheit. Die Skulpturen wirken gezeichnet von Erfahrungen, Spuren und Brüchen – und gerade dadurch unverwechselbar lebendig.  
In der Ausstellung begegnen die Besucherinnen und Besucher Figuren, die wirken, als seien sie aus einem Zwischenreich herübergetreten: Reisende, Grenzgänger, Suchende. Sie bewegen sich im Niemandsland zwischen Leben und Tod, Nähe und Fremde, Jetzt und Erinnerung. Ihre melancholische Poesie, ihre stille Weisheit und ihre kleine Narrenfreiheit machen sie zu berührenden, nachhallenden Erscheinungen – zu Gefährten im tiefsten Sinne. 
(Text: Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V.)

©Claudia Kraml, „Moin“

WILD COMPANY 
keramische Gefährten von Claudia Kraml 


Die Vernissage findet am Samstag, 18. April 2026, um 11.00 Uhr statt. In die Ausstellung führt Puck Steinbrecher (Galerie Moderne, Bad Zwischenahn) ein.

Ausstellungsdauer:
18. April bis 29. Mai 2026

Internationale Keramiktage /  Keramikerportrait 
Einblicke in Claudia Kramls Arbeitsweisen und künstlerischen Hintergrund bietet das  Keramikerportrait  am 31.07.2026, 09.30 – 15.30 Uhr,  Preis:  60  Euro inkl. Mittagssnack. 
Anmeldung über  www.werkschule.de 

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr 10.00-12.00 Uhr
Mo/Mi/Do 16.00-19.00 Uhr

Kunstforum der Werkschule
Rosenstr. 41
26122 Oldenburg
Tel 0441 999-0840
info@werkschule.de
www.werkschule.de

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