Wie wirkt Gestaltung? Kann sie den Geschmack einer Gesellschaft beeinflussen? Ist gute Gestaltung – und heute Design – von wirtschaftlicher Relevanz?
Diese Fragen waren Ausgangspunkt für die Eröffnung des Kunstgewerbemuseums (KGM) der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vor 150 Jahren am 15. September 1876. Ziel war es, durch das Sammeln vorbildlicher Objekte die Qualität und Innovationsfähigkeit sächsischer Erzeugnisse zu steigern und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf nationalen und internationalen Märkten zu stärken.

©Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Diese Themen beschäftigen das Museum bis heute. Ab Herbst 2027 ist dazu eine eigene Ausstellung unter dem Titel „Geschmackssachen. Vom Kunstgewerbe zum Design“ im Japanischen Palais geplant.
Noch in diesem Jahr wird das Jubiläum mit einer Reihe von Veranstaltungen, Vorträgen, Führungen und Konzerten gefeiert.
Das KGM ist aktuell wegen Vorbereitungen zur baulichen Ertüchtigung geschlossen. Trotzdem sind Gäste an allen Sonntagen bis zum 01. November 2026 immer um 14 Uhr zu Führungen durch das Bergpalais in Pillnitz eingeladen. Wie jedes Jahr erklingen dort auch historische Instrumente aus der Sammlung im prachtvollen Hauptsaal. Einen besonderen musikalischen Akzent setzt am Samstag, den 19. September 2026 das Konzert „Die große Oktave. Aus den (Un-)Tiefen italienischer Cellomusik“.

Neben der Auseinandersetzung mit historischen Objekten waren gesellschaftliche Fragen zu Aufgabe und Funktion von Gestaltung nicht nur für die Gründung des Kunstgewerbemuseums bestimmend, sie spielen auch künftig eine wichtige Rolle. Themen wie Material, Ressourcen, nachhaltige Produktion, soziale Verantwortung und Qualität von Alltagsgegenständen weisen weit über die reine Formgebung eines einzelnen Objekts hinaus. Seit 2020 untersucht der Design Campus als Forschungs- und Entwicklungsplattform des Kunstgewerbemuseums aktuelle Aufgabenstellungen in Bezug auf die Gestaltung unserer Umwelt.
Wie dieses Projekt und viele weitere zeigen, ist dem Kunstgewerbemuseum von je her die Vernetzung und der Austausch in der Region und darüber hinaus wichtig. So zeigt das Stadtmuseum Halle die gemeinsam mit dem Museum Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt entwickelte Sonderausstellung „PURe Visionen. Kunststoffmöbel zwischen Ost und West.“ (19.06.2026–01.11.2026), die zuvor in Pillnitz zu sehen war.

Zum Jubiläum erscheint eine Sonderausgabe der Dresdener Kunstblätter unter dem Titel „150 Jahre Kunstgewerbemuseum“ bei Sandstein Kultur, herausgegeben von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, 144 Seiten, 7 €, ISBN 978-3-95498-943-0. Das Heft vermittelt einen Einblick in die dynamische und keineswegs lineare Entwicklung des Museums und zeigt, wie eng Sammlung, gesellschaftliche Veränderungen und aktuelle Vorstellungen von Gestaltung miteinander verbunden sind.
Schloss Pillnitz
Kunstgewerbemuseum
August-Böckstiegel-Straße 2
01326 Dresden (Stadtteil Pillnitz)
Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Taschenberg 2
01067 Dresden
Tel 0351 4914-2000
www.skd.museum
