Jochen Rüth Keramik


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Fundstücke aus der Natur, geologische Prozesse und Strukturen geben Anregungen zu meinen Objekten und Gefäßplastiken. Verwitterung, Vergänglichkeit und Verwandlung sind Themen meiner Arbeit.

Jochen Rüth verwendet keine fertigen Tonmischungen, er holt sich die Erden direkt aus Klardorf in der Oberpfalz und bearbeitet sie geduldig und mühevoll ausschließlich von Hand. Angeregt durch japanische Brennverfahren, werden die Gefäße in Stroh oder Gräser eingewickelt und unter Zugabe von unterschiedlichen Holzaschen in einer offenen Brennkapsel bei 1280 °C im Elektroofen gebrannt.
Die verbrannten Strohhalme und Gräser erzeugen die roten „Feuerspuren“ auf dem Scherben, durch die schmelzenden Holzaschen bilden sich glasurartige Verkrustungen und glänzende, bernsteinfarbige Glasflüsse, die, je nachdem wie die Gefäße beim Brand lagen, in Strähnen längs oder auch quer über die Gefäßwandung laufen.
Durch den Ascheanflug bilden sich teils warzige, krustige Ablagerungen, die wie kleine Versteinerungen wirken können. Durch den natürlichen Eisengehalt des Tons färbt sich der Scherben von blaugrau bis rostrot.
Die im Ton enthaltenen Quarzsteinchen blühen während des Brandes zu weißen, kristallähnlichen Körnchen aus. Je nach der mineralischen Zusammensetzung und der Auflagedichte der Holzaschen variiert die Farbigkeit, so dass jeder Brand wieder neue, überraschende Ergebnisse bringt. So entstehen bauchige Flaschen und Töpfe mit teils dicken Krusten, die wie Stücke aus Grabungen wirken, aber auch Oberflächen, die rostig erscheinen und den Gefäßen etwa das Aussehen verrotteter Blechdosen geben.

Jochen Rüth, Jahrgang 1960,
hat von 1981-85 in verschiedenen Werkstätten gearbeitet.
Seit 1986 ist er als freiberuflicher Keramiker tätig.
Er ist Mitglied im BBK und im Bayerischen Kunstgewerbeverein.
Seit 1990 ist er in zahlreichen Einzel-und Gruppenausstellungen vertreten.
Er beteiligt sich an weltweiten Wettbewerben und erhält 1990 den 2. Preis im Richard Bampi Wettbewerb und 1998 den Award of Merit im Fletcher Challenge Award, Neuseeland.
Seine Arbeiten stehen in privaten Sammlungen und Museen,
z.B. in Höhr-Grenzhausen, München, Coburg.

Auszeichnung

  • 1990 Richard Bampi Wettbewerb, Höhr-Grenzhausen, 2. Preis
  • 1998 22nd Fletcher Challenge Ceramics Award, Neuseeland, Award of Merit
  • 2004 Diessener Keramikpreis
  • 2006 Biennale de la Sculpture en Céramique,
    Luxemburg, Prix du Jury