Keramikmarkt in Höhr-Grenzhausen 2009

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Das weiße Gold in seiner ganzen Vielfalt

150 Aussteller trotzen beim Keramikmarkt in Höhr-Grenzhausen dem Regen

Der Keramikmarkt Höhr-Grenzhausen ist ein Publikumsmagnet, wobei Dauerregen am Samstag Aussteller und Besucher vor eine echte Herausforderung stellte. Sonntags zeigte sich das Wetter von seiner milderen Seite. Das besondere Flair der Marktzone ist aber ohnehin weitgehend wetterunabhängig.

HÖHR-GRENZHAUSEN. Eine dunkel gekleidete Frau mit geöffnetem Regenschirm steht fasziniert vor einem Keramikbrunnen. „Ist der schön“, staunt sie und nimmt jedes Detail genau unter die Lupe – während es wie aus Eimern schüttet.

Am Samstag regnete es vielerorts ununterbrochen, und das bekamen sowohl Ständler als auch Besucher des 31. internationalen Keramikmarktes in Höhr-Grenzhausen deutlich zu spüren. Doch entgegen der Annahme einiger, keiner kommt, zeigte sich, dass echte Keramikfans so schnell nichts abschreckt. Das freute die Aussteller. „Ich bin überrascht über das rege Interesse“, sagte Ursula Kraus aus Bendorf, die seit circa 15 Jahren auf dem Markt ausstellt. „Es sind ein paar weniger Besucher als sonst, aber die, die kommen, sind wirklich interessiert“, stellte Roland Lirk-von Becker vom Königsfelder Töpferhaus fest – übrigens verantwortlich für den Brunnen, von dem Ingrid Waldner-Müller (Gießen) so beeindruckt war, genau wie von den übrigen Unikaten. Und so kaufte sie eine Zierkugel für den Garten. Am nächsten Stand begeisterten sie Tonschwalben, die im Gegensatz zur Kugel in die Handtasche passten, und mit den Worten „Da hinten hab ich eben auch noch was Schönes gesehen“ entschwand sie durch den Regen in die 500 Meter lange Marktzone.

Zu sehen gab es hier einiges. Neben traditionellem grau-blauem Steinzeug zog eine Vielfalt an modernen Werken – Geschirr, Zierkeramiken, Wasserspiele, Plastiken, Rakuobjekte, Ikebanagefäße und Installationen – die Blicke auf sich. 26 europäische Aussteller, aus Großbritannien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Polen und Ungarn, beteiligten sich. Ebenso präsentierten 41 Keramiker aus dem Westerwald ihre Kreativität. Auf dem Laigueglia-Platz stellten fünf Keramiker aus dem Gastland Österreich aus. Werkstätten zeigten Einblicke ins Arbeiten mit Ton. Zeitgleich veranstaltete das Keramikmuseum sein Museumsfest mit Mitmachaktionen für Groß und Klein; am Sonntag eröffnete zudem die Ausstellung „Porzellan-Gärten“ mit Arbeiten von Marty Nagy aus Ungarn. In der Hermann-Geisen-Straße hatte sich das Jugendhaus „Zweite Heimat“ einiges einfallen lassen, um die Besucher zu unterhalten. „Wir machen viele Märkte mit“, sagte Aussteller Ulf Huppertz vom Tonhaus (Frankenthal), „der in Höhr-Grenzhausen ist qualitativ sehr anspruchsvoll“. Dass die Qualität stimmt, darauf legen die Organisatoren wert. Aus mehr als 225 Bewerbungen wurden 150 Teilnehmer ausgewählt. Markus Ströher, Leiter der Tourist-Information, ist zufrieden mit dem 31. Markt, trotz des unbeständigen Wetters: „An beiden Tagen war kontinuierlich Betrieb und eine entspannte Atmosphäre.“ Und dann verrät er noch: Nächstes Jahr ist England Gastland .
Claudia Theis
Westerwälder Zeitung vom 08.06.2009, Seite 20.

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