Bisher zusammengetragenes Material füllt einige Regalmeter


Die DZK-Mitglieder Günter Schwickert (links) und Ernst Moritz Arndt erfassen digital die Fachbibliothek. Im Hintergrund ist ein Teil des bisher gesammelten Materials zu sehen.

Bücher, Fotos und viele Belege mehr lagern im Keller des Keramikmuseums

Seit der Gründung des Dokumentationszentrums Kannenbäckerland (DZK) wurde eine Vielzahl von Projekten von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich angepackt und größtenteils bewältigt. Die Resultate des bisherigen Wirkens können sich sehen lassen:

  • In der Bildkartendatei sind in 32 Aktenordnern mehr als 2000 Karten abgelegt. Jede einzelne zeigt ein historisches keramisches Gefäß oder Gefäßteil mit Foto und Angaben zu Fund- und Standort, Zeitstellung sowie weitere Angaben. Darunter befinden sich Objekte aus nahezu allen Töpfergemeinden des Kannenbäckerlandes und seiner Nachbarregionen sowie aus von ihm beeinflussten in- und ausländischen Gebieten.
  • Es wurde eine Fachbibliothek eingerichtet, die in mehr als 500 Bänden über das Kannenbäckerland selbst sowie über historische und moderne Töpferei, die keramische Industrie, den Keramikhandel, die künstlerische Keramik, über die Gesamtgeschichte der Keramik und ihrer einzelnen Zweige sowie über ihre historischen Organisationen Auskunft gibt. Auch über Ausbildung, Auswanderung, Tonbergbau, einzelne Keramikwerkstätten und -unternehmen ist Literatur zu finden. Ein vorläufiger, noch unvollständiger, Katalog ist auf der Internetseite des DZK einsehbar. Die Bücher werden derzeit digital erfasst.
  • Es besteht eine sehr umfangreiche Materialsammlung keramischer Zeitschriften und Fachblätter. Ebenso gehören zu dieser keramischen Kollektion veröffentlichte und auch unveröffentlichte Einzelartikel sowie Aufsätze, Ausstellungsplakate, Werbeunterlagen von Keramikbetrieben und der Tongewinnung, dem Handel, der Geschichte, Preislisten und Karten.
  • Außerdem wurde eine Foto-/Dia-Sammlung geschaffen. Sie umfasst rund 1250 Dias, auf denen viele Bereiche der heimischen Keramik der vergangenen Jahrzehnte bildlich festgehalten sind.
  • Mehrere Hundert Scherben, Relikte historischer Keramik, überwiegend aus Höhr-Grenzhausen, aber auch aus Ransbach-Baumbach, Hilgert und Hillscheid, machen das historische keramische Fundgut aus, das Mitglieder des DZK über viele Jahre hinweg bei Bauarbeiten geborgen haben. Seine wissenschaftliche Bearbeitung hat kürzlich begonnen.
  • Für die Veröffentlichungen des DZK wurde angesichts des Umfangs der Sammel-, Aufnahme- und Dokumentationstätigkeit weniger Zeit aufgewendet. In den 1970er-Jahren gab der Verein mehrere Arbeitshefte heraus, von denen sich sechs auf die interne Arbeit und einen Vorschlag für ein umfassendes keramisches Dokumentationssystem bezogen. Drei Publikationen betrafen Fundberichte sowie eine Abhandlung über Irdenware.
  • Eine vom verstorbenen langjährigen Vorsitzenden, Dr. Franz Baaden, erarbeitete ortsbezogene Materialsammlung zur Geschichte der Mineralwasserkrugbäcker liegt vor, leider aber auch bisher nur zwei Beiträge zu einer Veröffentlichung. Das DZK wird neben neuen Projekten die beschriebenen Aktivitäten weiterführen, in moderne Form bringen und veröffentlichen. (nsi)

Westerwälder Zeitung vom Samstag,
17. April 2010, Seite 20.

Infos unter:

Dokumentationszentrums Kannenbäckerland

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