Was ist das Kannenbäckerland?

Region hat weltgrößtes Tonvorkommen und einmaliges Keramiknetzwerk

Die Töpferregion Kannenbäckerland erstreckt sich vom südwestlichen Westerwald bis in das Mittelrheintal nach Bendorf und Vallendar. Der Name rührt her von den Haupterzeugnissen der Gegend, den Kannen und Krügen aus weißem, grau-blauem oder braunem, salzglasiertem Steinzeug. Das Kannenbäckerland verfügt über die größten Tonvorkommen Europas. Seit dem Spätmittelalter ist dort eine ununterbrochene Keramikproduktion nachweisbar.

In Höhr-Grenzhausen haben sich die Fachhochschule und sechs weitere Facheinrichtungen zum Bildungs- und Forschungs-Zentrum Keramik zusammengeschlossen und bilden damit ein weltweit einmaliges Kompetenznetzwerk zum Werkstoff Keramik.

Im 17. Jahrhundert ließen sich Keramiker aus anderen Regionen im Kannenbäckerland nieder, was qualitative Verbesserung und gestalterische Veränderungen zur Folge hatte. Die Ausstrahlung des Kannenbäckerlandes reicht, oft aufgrund von Auswanderungen, weit über die Grenzen Europas hinaus, beispielsweise auch bis nach Afrika oder Amerika. (nsi)

Westerwälder Zeitung vom Samstag,
17. April 2010, Seite 20.

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